Rauchen und Tauchen

1. Mai 2026

Tauchen stellt hohe Anforderungen an deinen Körper. Das betrifft vor allem Herz, Kreislauf und Lunge. Gleichzeitig ist Rauchen einer der häufigsten vermeidbaren Risikofaktoren für viele Krankheiten. Doch was passiert eigentlich, wenn beides zusammenkommt? Wie schädlich ist Rauchen für Taucher?

Rauchen an sich ist schädlich. Das ist heutzutage kein Geheimnis mehr.

Schon im Alltag und besonders beim Sport kann man die Folgen des Rauchens spüren. Beim Tauchen können sie jedoch deutlich stärker ins Gewicht fallen, denn beim Gerätetauchen spielen zusätzliche Faktoren eine Rolle. Dazu gehören ein höherer Umgebungsdruck, die Aufnahme und Abgabe von Stickstoff im Körper sowie eine erhöhte Atemarbeit.

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Es wirkt fast paradox: Die Atemluft in der Flasche wird bis ins Detail geprüft – aber kurz vor dem Tauchgang wird noch schnell eine Zigarette geraucht. Während jede Verunreinigung im Tank vermieden werden soll, führt man sich die Schadstoffe freiwillig selbst zu.

Rauchen wirkt sich nicht nur auf ein einzelnes Organ aus, sondern auf mehrere Systeme gleichzeitig:

Herz-Kreislauf-System

Nikotin erhöht die Herzfrequenz und den Blutdruck und verengt die Blutgefäße. Dadurch wird das Herz stärker belastet, und die Sauerstoffversorgung kann sich verschlechtern. Dies führt zu einer schlechteren Stickstoffabgabe, denn wenn deine Durchblutung eingeschränkt ist, kann dein Körper Stickstoff langsamer abbauen. Das kann das Risiko für eine Dekompressionskrankheit erhöhen.

Lunge und Atemwege

Rauchen führt langfristig zu vermehrter Schleimbildung, gereizten Atemwegen und einer eingeschränkten Selbstreinigung der Lunge. Eine geschwächte Lunge bedeutet, dass du weniger effizient atmest. Alles, was die Lunge beeinträchtigt, kann auch beim Tauchen problematisch sein.

Ein Risiko besteht darin, dass entzündete oder verschleimte Atemwege dazu führen können, dass Luft in der Lunge eingeschlossen bleibt. Beim Auftauchen kann das gefährlich werden und im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen.

Bei einer reduzierten Lungenfunktion wird zudem die Abgabe von CO₂ erschwert. Ein erhöhter CO₂-Spiegel kann unter Wasser zu mehr Stress, erhöhter Atemarbeit und verstärkten Narkoseeffekten führen. Gerade bei anspruchsvolleren oder tieferen Tauchgängen kann das die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und das Risiko für Gasnarkose und Hyperkapnie erhöhen.

Sauerstofftransport im Blut

Kohlenmonoxid aus Zigarettenrauch sorgt dafür, dass dein Blut weniger Sauerstoff transportieren kann. Das liegt daran, dass sich Kohlenmonoxid etwa 200-mal stärker an Hämoglobin bindet als Sauerstoff. Dadurch werden Bindungsstellen blockiert, und dein Blut kann deutlich weniger Sauerstoff transportieren.

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Reicht es, vor dem Tauchen nicht zu rauchen?

Die kurze Antwort: Nein! Einige Effekte, wie ein erhöhter Puls oder verengte Gefäße, können bis zu 24 Stunden anhalten, und langfristige Schäden an der Lunge bleiben unabhängig davon bestehen.

Das bedeutet: Auch wenn du direkt vor dem Tauchen nicht rauchst, können die Auswirkungen weiterhin eine Rolle spielen.

Was sagen PADI & Co. zum Rauchen?

PADI verbietet Rauchen grundsätzlich nicht. Allerdings spielt es bei der medizinischen Selbstauskunft eine Rolle: Wenn du über 45 Jahre alt bist und rauchst, benötigst du eine ärztliche Tauchtauglichkeitsuntersuchung.

Die Global Underwater Explorers (GUE) verfolgt einen deutlich strengeren Ansatz. Hier wird ein sehr hoher Anspruch an Fitness und Gesundheit gestellt. Rauchen oder Vaping sind mit diesem Anspruch nicht vereinbar, weshalb du in der Praxis keine Kurse belegen oder im GUE-Kontext tauchen kannst, solange du rauchst.

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Was bedeutet das für die Praxis?

Für Taucher ergeben sich daraus einige klare Empfehlungen:

  • Rauche auf keinen Fall direkt vor dem Tauchgang
  • Reduziere das Rauchen oder höre im besten Fall ganz auf
  • Tauche eher konservativ (z. B. flacher und mit längeren Oberflächenpausen)
  • Wenn du nicht auf das Rauchen verzichten kannst, lass dich vor dem Tauchen ärztlich untersuchen

Fazit

Aus medizinischer Sicht ist die Kombination aus Tauchen und Rauchen nicht ideal. Vor allem Lunge, Herz-Kreislauf-System sowie der Sauerstoff- und Stickstofftransport werden negativ beeinflusst. Also genau die Bereiche, die beim Tauchen besonders wichtig sind.

Wer sicherer tauchen möchte, sollte Rauchen als Risikofaktor ernst nehmen und möglichst vermeiden.

Bei Scuabanana legen wir großen Wert auf Gesundheit, Sicherheit und bewusstes Tauchen. Deshalb stehen wir klar für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper – und dazu gehört für uns auch, auf das Rauchen zu verzichten. In unserem Tauchcenter gilt ein Rauchverbot, um für alle Gäste und das Team eine angenehme und gesunde Umgebung zu schaffen.

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Geschrieben von:
Bild von Denis

Denis

Denis is a passionate diver with a focus on technical diving and freediving, always eager to stay up to date and learn what's new in the diving world. He loves exploring the underwater world and sharing his experiences with others.

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